Seminare / Webinare

Die Anforderungen an PädadogInnen und pädagogische Einrichtungen werden immer komplexer. Neben dem sozialpädagogischen Auftrag gibt es zunehmend Anforderungen aus anderen Bereichen zu erfüllen. Dazu gehören organisatorische, sicherheitstechnische und soziale Aufgabenstellungen. 

Allgemeine Ausbildungsprogramme geben einen guten Überblick, doch zeigt die Praxis, dass es steigenden Bedarf an Fachseminaren gibt, die diese Themenbereiche in einem sozialpädagogischen Kontext behandeln.

An dieser Stelle setzen die Seminare / Webinare von SpielWERT zur Kompetenzförderung von Sozial- und ElementarpädagogInnen an.

Aus der Praxis für die Praxis.

Die Schwerpunktthemen sind Sicherheit und NORMEN, Organisation und Management sowie Personalführung und Kommunikation.

Die Seminare / Webinare sind so konzipiert, dass sie in Modulen buchbar sind.

In Kooperation mit dem Verein LIFE finden regelmäßig Seminare zum Thema Sicherheit statt.

Anmeldung unter: seminare[at]spielwert[dot]at

Zusätzlich sind die Seminare auch als In-House-Training buchbar. Besonders praktisch, wenn sicherheitstechnische Belange gleich direkt vor Ort im eigenen Bewegungsraum, oder am eigenen Spielplatz besprochen werden können.

Für sämtliche Seminare gibt es Teilnahmebestätigungen, welche als Beleg für die berufliche Weiterbildung gelten.

Spielforschung

Neben seiner Tätigkeit als Spielraumexperte ist ist Dr. Paul Sacher-Toporek auch in der Spielforschung tätig.

Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Definition des Spiels.

Zu diesem Thema hat er 2014 eine Dissertation verfasst. Es geht dabei darum jene Determinanten herauszuarbeiten, welche das Spiel bestimmen.

Die Conditio-sine-qua-non des Spiels

Bereits seit Schiller ist das Spiel in der Wahrnehmung der Menschen verhaftet. Schiller gilt als einer der Urväter der modernen Spielforschung.

Was macht das Spiel aus? Durch welche Determinaten ist es bestimmt?

Die Antwort darauf ergibt sich erst durch den Blick zu anderen Wissenschaften. Besonders die Hirnforschung liefert dazu den nötigen Input. Spielen ist mit einem ständigen Dopaminausstoß (dem "Glückshormon") verknüpft. Doch macht Spielen daher süchtig? 

Welche Parallelen gibt es zwischen den rellen Spielräumen der Kinder und denn ideellen Spielräumen in der Erwachsenenwelt?

Welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen der Pädagogik und dem Management?

Gamification - wie funtkioniert sie, und warum funktioniert sie manchmal doch nicht?

All diese Fragen und mehr hat Dr. Paul Sacher-Toporek,MBA in seinem Buch

"Die Spiewertformel"-Die Quantifizierung des Nichtmessbaren in Pädagogik und Management 

wissenschaftlich bearbeitet und durch seine jahrelangen praktischen Erfahrungen in der Praxis belegt. 

Spielforschung – aktuell

In diesem Blog werden aktuelle Themen aus Politik, Pädagogik und Wirtschaft aus Sicht der Spielforschung beleuchtet.

Original Play sorgt für Schlagzeilen

In den Medien ist aktuell der Verein „Original Play" ein Thema. Es geht dabei um möglichen Missbrauch von Kindern. Ein Verein, der für sich beansprucht, das „Ursprüngliche Spiel" entdeckt zu haben. Was sagt die Spielforschung dazu?

Der Verein bzw. der Erfinder beansprucht für sich, das „Original Play" (übersetzt als das „Ursprüngliche Spielen") entdeckt oder gefunden zu haben. Woher kommt diese Anmaßung? Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein „Guru" eines Themas annimmt, und für sich eine große Erkenntnis – ohne wissenschaftliche Belege – beansprucht. Was soll das „Original Play" darstellen? Angelehnt ist das Modell an den amerikanischen Zugang zum Spiel, der das „Urspiel" gerne von den Tieren ableitet. „Original Play, Ursprüngliches Spiel, geht zurück auf das Spiel kleiner Kinder und freilebender Tiere." Zitat auf der HP von Original Play. 

Tiere werden beim „Spielen" beobachtet, und daraus wird geschlossen, dass dies die ursprünglichste Form des Spielens sei. Für dieses Verhalten, das hochtrabend als „Original Play" bezeichnet wird, gibt es eine weitaus profanere, dafür umso treffendere Bezeichnung: Den Begriff „Balgen".

Original Play ist im Grunde genommen nicht mehr als organisiertes Balgen

Balgen ist eine Tätigkeit, die Kinder ohne Zweifel gerne machen. Auch der Wert des Balgens ist unbestritten. Doch diese Tätigkeit als das „Ursprüngliche Spiel" zu bezeichnen, ist in Anbetracht des Umstandes, was Spiel in seiner Universalität darstellt, eine grobe Trivialisierung und unstatthafte Vereinnahmung der Begriffe „Spiel" / „Play" für eigennützige Zwecke. Das Balgen des „Original Play" hat mit dem Spielbegriff, wie er in der europäischen Spielforschung verstanden wird, sehr wenig zu tun. Bewegung ist immer ein Teil des Spiels, und Balgen ist eine Form der Bewegung mit Körperkontakt. Original Play hat natürlich auch mit Spielen zu tun, doch muss Balgen nicht immer Spiel sein. Das ist ein feiner, jedoch essenzieller Unterschied. Ein Unterschied, der den Verein jetzt in ziemliche Bedrängnis gebracht hat.

Spiel benötigt keine Zusätze wie „ursprünglich"

Spiel ist Spiel und benötigt daher keine Zusätze wie „ursprünglich", denn erst durch diese Zusätze wird es verfälscht und nicht umgekehrt. Solche verklärenden Zusätze implizieren, dass alles, was nach diesem „Ursprünglich" kommt, nur mehr ein Artefakt oder eine Verschlechterung gegenüber des vom Verein in Besitz befindlichen Wissens über das  „Ursprüngliche Spielen" ist. Ein Wissen, das sich wie folgt manifestiert: „Ihr Spiel (Anm. das Spiel der Tiere ind der kleinen Kinder) ist ein Geschenk der Schöpfung, das uns Erwachsenen im Getriebe der Gesellschaft und des Alltags verloren gegangen ist.Unser Bedürfnis nach Berührung und Verbundenheit ist geblieben."  Auch dieses Zitat stammt von der HP von Original Play Österreich. Die Mehrdeutigkeit des letzten Satzes ist im Hinblick auf die aktuellen Ereignisse frappant, erschreckend und entlarvend zugleich.

Original Play – Ein Spiel für Erwachsene – was hat das dann im Kindergarten verloren?

Es sei vorausgesetzt, dass der oben zitierte Satz mit den Berührungen ohne Hintergedanken verfasst wurde. Was ist dann die Conclusio? Kleine Kinder können qua ihres Alters sowieso noch „ursprünglich spielen" und müssen es daher nicht neu lernen. Der Theorie von Original Play folgend sind es erst die Jugendlichen und speziell die Erwachsenen, denen es „im Getriebe der Gesellschaft und des Alltags verloren gegangen ist.“ Daraus folgt, dass das Original Play eindeutig ein Spiel für Erwachsene ist. Die aufgezählten Vorteile „keine Regeln und keine Fehler, keinen Kampf und keine Konkurrenz, kein Gewinnen und kein Verlieren, kein Stark und kein Schwach, kein Ausgeschlossensein und keine Angst" (s. ebenda) machen in der Welt der Erwachsenen schon Sinn. Abgesehen davon, dass die aufgezählten Vorteile Standard der seit Jahrzehnten bekannten New Games und weiterer spiel- und freizeitpädagogischer Erkenntnisse sind, (s.z.B. Abresch 1980!) und somit keinerlei innovatives Potential seitens des Gurus erkennen lassen, können Seminare in Firmen und Organisationen durchaus Sinn machen. Doch was hat das Original Play dann im Kindergarten verloren? Die Antwort liegt auf der Hand: Nichts!

Erwachsene können einander in Erwachsenenspielen berühren so viel sie möchten, wenn ihnen danach ist. Doch wozu brauchen sie dafür Kinder? Auch ohne die Übergriffe, die geschehen sind, ist das Original Play im elementarpädagogischen Bereich entbehrlich, wenn nicht gänzlich unnötig. Es wäre schade, den Verein einfach zu sperren, denn seine Existenzberechtigung ist durchaus gegeben, nur müsste er sich auschließlich im Bereich der Erwachsenenbildung positionieren. Die Botschaft des Vereines an die Erwachsenenwelt ist begrüßenswert, jedoch bei weitem nicht so einzigartig und "original", wie er es für sich reklamiert. In der Erwachsenenwelt ist die „Ürsprünglichkeit" derzeit durchaus populär. 

Doch war alles was wir "originally" getan haben wirklich so toll und unverfälscht? Wie wäre es mit „Original Eating", „Original Sleeping", „Original Crawling", oder gar "Original Pooping"? Jede(r) kann sich ausmalen wie das aussehen könnte, und es bleibt die Frage, warum das gerade beim Spielen anders gewesen sein soll ...

30.10.2019 pst.

Original Play wehrt sich Gegen Vorwürfe

In einer einberufenen Pressekonferenz in Wien hat sich Original Play heute zur Wehr gesetzt und zu erklären versucht, warum es zu Original Play keine oder kaum wissenschaftlich fundierten Unterlagen gibt. Dem Erfinder, Fred Donaldson, wäre es in all den Jahren wichtiger gewesen, mit den Kindern zu spielen, anstatt die Methode wissenschaftlich zu belegen, und es hätten dem Verein dazu auch die nötigen fianziellen Mittel gefehlt. Kritik gäbe es nur von Menschen, die selbst noch nie dabei waren, und daher nicht verstünden worum es dabei geht. 

Der Verein hatte eigenen Angaben zufolge über 40 Jahre lang keine Zeit oder Mittel, die Erkenntnisse wissenschaftlich aufzuarbeiten. „Mir war es wichtiger, mit Kindern zu spielen und die Ergebnisse im realen Leben zu sehen, als in wissenschaftlichen Publikationen.“ , so Fred Donaldson auf der Pressekonferenz. Kritik am Original Play käme vornehmlich „aus der Ferne" von Menschen die “nicht verstünden, worum es geht". Wie legitim sind diese Ansätze?

Der Versuch, wissenschaftliche „Theorie" mit erlebter „Praxis" in Konkurrenz zu stellen ist nicht neu.

In Zeiten des „Hausverstandes" kommt es immer wieder vor, dass wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse als etwas, „das von Theoretikern, die von der Praxis keine Ahnung haben" desavouiert werden. Auf der einen Seite der weltfremde Theoretiker, auf der anderen der Praktiker, der mitten im Leben steht. Dieses Bild wird in der Regel dort gerne gezeichnet, wo das Wissen darüber fehlt, wie wissenschaftlich fundierte Theorien entstehen: Diese Theorien entstehen aus der Praxis und nicht umgekehrt. Sie basieren auf jahrelanger Forschung und Beobachtung, und sie bauen auf Erkenntnissen vorangegangener Forschungen auf. Theorie und Praxis gehören zusammen und lassen sich nicht auseinanderdividieren.

Wer sich nicht mit anerkannten Theorien beschäftigt, kommt schnell zum Schluss, etwas Neues erfunden zu haben. 

Niemand verlangt von einem Verein, die eigene Tätigkeit wissenschaftlich zu belegen. Die wenigsten Vereine, die es gibt, haben ihre Vereinstätigkeit wissenschaftlich belegt. Der Grund, warum es in diesem speziellen Fall jedoch nötig ist liegt darin begründet, dass der Verein für sich in Anspruch nimmt, das „ursprüngliche" Spiel erfunden zu haben, und mit dieser Behauptung Geld verdient. Für Laie entsteht durch diesen Anspruch der Eindruck, der Verein böte im Bezug aus das Spielen etwas Einzigartiges, was jedoch nicht stimmt. Es haben sich schon viele andere Menschen Gedanken über das Spielen gemacht, dazu Theorien verfasst, und wer diese Theorien nicht kennt, könnte zum Schluss kommen, etwas Neues erfunden zu haben. 

Ganz ohne eigene Theorien steht der Verein auch nicht da.

Der Vorwurf, der Verein hätte gar keine wissenschaftliche Basis, ist zu weit gegriffen, denn immerhin gibt es ein Werk von Donaldson mit dem Titel „Von Herzen spielen: Die Grundlagen des ursprünglichen Spiels" aus dem Jahr 1993 und in 4ter Auflage aus dem Jahr 2016, erschienen im arbor Verlag.

Das Werk ist im typisch amerikanischen Stil verfasst, in dem es um viele Episoden aus dem eigenen Leben geht, wo das Wort „Ich" eine zentrale Bedeutung hat. Es ist ein Lesebuch für interessierte Laie, das auf Grund der vielen Verweise „auf das Göttliche" mehr spirituellen, als wissenschaftlichen Charakter hat. Das Wort „Berührung" kommt angesichts der aktuellen Ereignisse vielleicht etwas zu oft vor, und lässt eine gewisse Fixierung des Autors erkennen. Das Literaturverzeichnis ist überraschend umfangreich, und zeigt, dass der Autor durchaus belesen ist. Ein interessierter Blick zeigt dann, dass bis auf Huizinga und Caillois, keine weiteren Persönlichkeiten der Spielforschung zitiert werden, und dass es im Text generell keine Verweise auf Zitate gibt, was es schwer macht den Zusammenhang zu den angeführten Personen im Verzeichnis herzustellen. Obwohl Buch Mängel hat, ist es ein Plädoyer für das Spiel, und dieser Umstand ist zu würdigen. Viele interessante Passagen und Aussagen über das Spiel, die sich im Buch befinden, haben ihre Urheberschaft jedoch an anderer Stelle, und könnten salopp als „abgekupfert" bezeichnet werden. 

 „Dieses Buch ist ein Piratenschiff , das in See sticht, um Sie zu entführen, so wie auch ich von Kindern entführt worden bin."  (s. S. 11) - Die Piraterie betrifft wohl auch das geistige Eigentum anderer ...

Das Wesen des Spiels interessiert den Erfinder des „ursprünglichen Spiels" nicht.

Der Autor stellt auch selbst klar, dass das Werk „kein Buch über exakte Forschungen oder eine Untersuchung über das Wesen des Spiels von Kindern ist. Ich erforsche weder die moralische noch die soziale oder kognitive Entwicklung von Kindern und sammle keine Daten." (ebda)Dieser Zugang sei dem Autor unbenommen, doch woher dann der Anspruch, das "ursprüngliche Spiel" entdeckt zu haben? 

Bekannte Theorien und Erkenntnisse über das Spiel, wie von Flitner, Scheuerl, Mogel, Baer, Kreuzer, Heimlich, Reichel, Abresch, und vielen weiteren Experten und Expertinnen der modernen Spielforschung formuliert, werden – vermutlich mangels der Kenntnis ihrer Urheberschaft – frech als eigene Erfindung beansprucht. Das ist ein Vorwurf, der dem Autor und dem Verein aus fachlicher Sicht gemacht werden darf, „auch wenn in Österreich kein Fall von Übergriffen oder Missbrauch bekannt ist" wie der Verein bei der Pressekonferenz zu seiner Entlastung feststellt.

13.11.2019 pst.
 

Pressekonferenz 

Lehrerbewertungs-App wieder Offline

Ein 17 jähriger Schüler hat eine Online-Bewertungs-App zur Bewertung von Lehrpersonal entwickelt und online gestellt. Der Name der App: Lernsieg! Bereits nach wenigen Tagen wurde die App wieder vom Netz genommen. Der Schüler gibt an, zu viele Hass-Postings erhalten zu haben. 

Lehrerbewertungs-App wieder Offline, so lautet die Überschrift bei ORF.AT.  Im Artikel ist zu lesen,  „Der 18-jährige Erfinder Benjamin Hadrigan sei mit einer Flut an Hass-E-Mails konfrontiert worden, die einem Schüler weder in Menge noch Inhalt zumutbar seien, teilte eine Pressesprecherin am Dienstag mit." Erst wenige Tage davor wurde die App mit großer Medienwirkung angekündigt. Sogar Beiträge im Mittagsjournal von Ö1 waren zu hören. Offensichtlich ist hier eine Marketingaktion daneben gegangen. Als Gesicht der Aktion wird der junge Schüler genannt, der die App erfunden hat. Damit soll suggeriert werden, dass die App quasi als "Insider-App" eines unmittelbar betroffenen für die Rechte der Schüler und Schülerinnen entwickelt wurde.

Die Story vom einfachen Schüler – mit 6-stelligem Startkapital, Rechtsanwalt, Pressesprecherin und Initiatorengruppe ...

Das Gesicht, das der Kampagne offensichtlich mehr Glaubwürdigkeit geben sollte, wurde schnell wieder zurückgenommen. „Weg von Hadrian, hin zu einer breit aufgestellten Initiatorengruppe." lautet nun die neue Strategie. Plötzlich ist es nicht mehr das großformatige Gesicht eines einzelnen Schülers, der auf den ersten Blick eine App aus dem Ärmel geschüttelt hat, sondern eine beschützende Initiatorengruppe, die hinter der App steht. Woher stammt diese Initiatorengruppe, wer ist Teil dieser Gruppe? In einem Videobeitrag zur Pressekonferenz kommt der Investor der App zu Wort. Ein Investor, der einen 6stelligen Betrag investiert, ohne an Rendite zu denken? „Deswegen von uns auch der Schritt jetzt der erste, auch wenn es wirtschafltich nicht optimal ist, die App vom Store zu nehmen ..." Der Investor gibt zumindest unumwunden zu, dass es sich um ein wirtschaftliches Projekt handelt, das nun nicht optimal läuft ... Was kann denn an einer App, die gratis ist, wirtschaftlich optimal sein? Big Data ist das Zauberwort hinter den meisten „Gratis"-Apps. Wem sind diese Big Datas eine sechsstellige Investorensumme wert? Big Data hat seine Berechtigung, das ist unbestritten, doch hier geht es gemäß der Story um die Rechte von Schülerinnen und Schülern, und diese Story wird vor diesem Hintergrund sehr unglaubwürdig.   

Lehrergewerkschaft wehrt sich gegen die App – zurecht!

Das wird das Leben von vielen Lehrern positiv beeinflussen.“ behauptete der Erfinder noch vor wenigen Tagen. Viele sind nicht alle, und wenn es Viele positiv beeinflusst, impliziert es auch, dass es zumindest Wenige negativ beeinflussen wird. Die Lehrergewerkschaft wehrt sich mit dem Argument, dass Menschen nicht mit Sternchen zu bewerten seien. Dieser Ansatz ist vollkommen richtig. Ein weiterer Aspekt ist das Ranking. Mag es dort und da Rankings geben, die einen Aussagewert haben; bei Schulen sind Rankings definitiv deplatziert, wenn nicht gar kontraproduktiv. In der Pädagogik braucht es keine Sieger und Verlierer. Pädagogik ist kein Sport. Ziel einer guten Pädagogik muss es sein, dass alle Schulen auf einem hohen pädagogischen Level sind. Ein Ranking sagt nichts über den pädagoischen Standard einer Schule aus. Rankings schüren Konkurrenzdenken, Neid, führen zu unnötigen Spannungen und haben immer mehr „Verlierer" als „Sieger". Wer braucht „Verliererschulen"? Eine Schule kann und soll durchaus nach objektiven Standards bewertet werden. Diese Standards sind unabhängig davon anzuwenden, ob die Schule daneben dieselben Standards besser oder schlechter erfüllt. Erfüllen beide Schulen die Standards, dann ist ist es gut, positiv und  unerhblich, welche von beiden Schulen die Standards weniger erfüllt und damit „Verlierer" ist. Erfüllen beide Schulen die Standards nicht, dann ist es schlecht, und wiederum genauso unerheblich welche von beiden „Sieger" ist. Das Beispiel zeigt, dass ein „Ranking-Sieger" objektiv betrachtet schlechter sein kann, als ein "Ranking-Verlierer" und umgekehrt. Nach der Logik der Rankings, wird die objektiv bessere Schule mehr unter Druck gesetzt, als die objektiv schlechtere.

Auch aus Sicht der Spielforschung ist die App abzulehnen.

Auch aus Sicht der Spielforschung wehrt sie sich die Gewerkschaft zurecht, denn gibt es einen Punkt, der schon allein für sich betrachtet, die App disqualifiziert. Es ist der Name: Lernsieg! - noch dazu mit Rufzeichen. Wer soll hier siegen? Das Lernen? Gab es da nicht schon mal eine Form von Sieg die ähnlich klang, und im Chaos endete? Der einzige Sieg, der begrüßen ist, ist der Sieg der Vernunft, und vielleicht hat der ambitionierte Schüler mit seinem Lernsieg am Ende selbst etwas gelernt ...

 

20.11.2019 pst.